Mitgliederverlust bei der SPD: Ex-Gewerkschaftsboss Guntram Schneider verstorben

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Die letzten Jahre war es ruhig um den ehemaligen NRW-Gewerkschaftsboss und zeitweiligen Arbeitsminister Guntram Schneider geworden. Bevor er sich aus der Spitzenpolitik zurückzog und eine Stelle beim „Zwar-Programm“ erhielt, stand Guntram Schneider dagegen gerne im Mittelpunkt, etwa wenn es darum ging, deutsche Steuergelder zu verschwenden oder der einheimischen Bevölkerung zu empfehlen, Fremdsprachen zu lernen, um in einem Krankenhaus behandelt zu werden. Während Guntram Schneider, vor dessen Wohnhaus Anhänger der Partei DIE RECHTE im Dezember 2012 demonstrierten, langsam aus dem politischen Gedächtnis verschwunden wäre, gab es am Freitag (3. Januar 2020) eine überraschende Nachricht: Im Alter von 68 Jahren ist der SPD-Politiker verstorben.

Siegfried Borchardt vs. Guntram Schneider

In ersten Reaktionen zeigten sich Vertreter der etablierten Parteien betroffen und trauerten um Guntram Schneider. Deutlich entspannter nahm dagegen der Dortmunder Kreisvorsitzende der Partei DIE RECHTE, Siegfried Borchardt, die Nachricht vom Tod Schneiders auf: „Und schon wieder einen meiner schärfsten Gegner überlebt“, äußerte sich der langjährige Nationalist gegenüber seinen Anhängern. Tatsächlich verband Siegfried Borchardt und Guntram Schneider eine langjährige Feindschaft, nach einer Demonstration am 1. Mai 2013, bei der Borchardt den damals noch amtierenden NRW-Arbeitsminister als „fette, verlogene Mistsau“ bezeichnet hatte, ging Schneider sogar juristisch gegen Borchardt vor, der wegen Beleidigung zu seiner Geldstrafe verurteilt wurde.

Während Schneider in der jüngeren Vergangenheit keine hervorgehobene, politische Rolle mehr einnahm, machen Todesfälle unter den überalteten Mitgliedern der SPD den Dortmunder Sozialdemokraten ernsthaft zu schaffen: Kaum ein rote Ortsverband ist noch in der Lage, ein aktives Eigenleben zu entfalten, die wenigen, verbliebenen Mitglieder sind politisch demotiviert und haben keinerlei Anschluss zu jüngeren Generationen. Der demographische Wandel, der unser Volk im Gesamten belastet, scheint zunächst vor allem die SPD zu treffen – ein klassisches Eigentor der Genossen, die einen weiteren, bekannten Protagonisten verlieren.

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