Caterpillar: Erst feierten Sierau und Co die Straßenumbenennung, jetzt schließt das Werk

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Unser großer Oberbürgermeister wirkte stolz, als der Dortmunder Stadtrat im Jahr 2017 beschloss, eine kurze Straße, die zum Werksgelände von Caterpillar in Dorstfeld führt, nach dem us-amerikanischen Großkonzern zu benennen. Mahnende Stimmen, die fragten, was denn mit dieser Straße geschehe, wenn das Werk einst schließen möge, wurden ignoriert – ebensowenig wurde die Debatte verweigert, ob Straßen grundsätzlich nach Großkonzernen benannt werden sollen. Keine drei Jahre später hat sich gezeigt, wie berechtigt die Debatte, die im Übrigen u.a. von der Ratsgruppe NPD / DIE RECHTE angestoßen wurde, gewesen wäre: Das Dortmunder Werk von Caterpillar steht vor dem Aus, auch in Lünen soll die Prodution von Industriebaggern eingestellt werden, insgesamt droht 1100 Beschäftigten die Arbeitslosigkeit. Die Nachricht, die Ende letzter Woche von der Firmenleitung ohne weitere Begründung mitgeteilt wurde, traf die Beschäftigten wie ein Schlag – verständlich, ist doch das Dortmunder Werk wirtschaftlich gesehen gesund und profitabel. Doch einmal mehr, möchte ein Großkonzern seine Arbeitsplätze an Standorte im Ausland verlagern, an denen Produktionskosten eingespart werden können. Dieser ganze Prozess nennt sich Globalisierung und wurde in Deutschland maßgeblich durch CDU, SPD, Grüne und FDP mitverantwortet. Statt die heimische Wirtschaft zu stärken und eigene Firmen zu schützen (etwa auf Strafzölle, wenn Produkte auch in Deutschland hergestellt werden), bejubeln die Politikeliten den Prozess der Globalisierung weiterhin und vergießen lediglich manchmal, öffentlichkeitswirksam, ein paar Tränen, wenn die nächste Hiobsbotschaft bekannt wird. Den Beschäftigten in Dortmund bringt das freilich wenig. Für ihren Jobverlust dürfen sie sich neben der Konzernleitung aber auch bei den etablierten Parteien im Bundestag bedanken!

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