5 Jahre nach der Tat: Kinderschänder aus Lütgendortmund zu milder Haftstrafe verurteilt

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Die widerlichen Sexübergriffe, die ein anfangs 13-jähriges Mädchen in der Lütgendortmunder Wohnsiedlung „Im Trift“ ertragen musste, haben erst späte Konsequenzen. Und trotz der schrecklichen Taten, wegen denen sich der heute 72-jährige Norbert V. erneut vor dem Landgericht Dortmund verantworten musste, blieb die Bestrafung äußerst milde: Maximal zwei Jahre und zwei Monate wird V., der mit einer Thailänderin verheiratet ist, deren Tochter ebenfalls im gleichen Haushalt wohnt, ins Gefängnis müssen. Der Fall beschäftigte seit dem Jahr 2017 die Gerichte, mehrfach berichtete das „DortmundEcho“ bereits, auch über eine Aktion couragierter Anwohner, die in der Wohnsiedlung mittels Flugblättern über die Hintergründe der Taten informierten. V. hatte die Bekanntschaft mit mehreren Nachbarsmädchen, die ihm beim Putzen seines Autos halfen, genutzt, um sich deren Vertrauen zu erschleichen und ein Mädchen zunächst zu „lecken“, ehe er unter dem Vorwand, sein Arzt hätte ihm dreimal wöchentlichen Analverkehr verschrieben, die sexuelle Unerfahrenheit des Kindes nutzte, um weitere Taten an ihm auszuüben. Erst nachdem sich das Mädchen ihren Eltern anvertraute, flogen die Taten auf, die Familie zog aus der Wohnsiedlung, während der Täter dort nach wie vor ein gemütliches Leben führt und sich keiner Schuld bewusst ist. Bereits während des ersten Berufungsprozesses am Landgericht zeigte sich V. völlig uneinsichtig und behauptete, er wäre durch das Mädchen verführt worden – letztendlich schenkte das Gericht diesen Schutzbehauptungen jedoch keinen Glauben und verurteilte V. zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten, deren Höhe wegen angeblicher Gesundheitsprobleme gemildet wurde, von denen V. betroffen sein soll. Gegen dieses Urteil legte der Kinderschänder Revision zum Oberlandgericht Hamm ein, welche jedoch in vier von fünf Urteilspunkten zurückgewiesen wurde – lediglich bei der ersten Tat, die sich wenige Tage vor dem 14. Geburtstag des Mädchens ereignete, wurde der Fall zur Neuverhandlung zurückverwiesen, es sei nicht ausgiebig geklärt worden, ob V. wusste, dass es sich um ein Kind handelt und nicht um eine Heranwachsende, dies ist vor allem für das Strafmaß relevant.

Und so musste das betroffene Mädchen am Freitag (15. Mai 2020) nach dem Verfahren am Amtsgericht und der acht Verhandlungstage dauernden Berufungen am Landgericht in einer dritten Gerichtsverhandlung aussagen. Sowohl die Aussage des Mädchens, als auch eine frühere Aussage des Angeklasgten, der im Berufungsprozess angab, das Mädchen hätte sogar ihren 14. Geburtstag in seinen Kalender eingetragen, ließen keinem Zweifel daran, dasss dem Angeklagten bewusst war, Sexualverkehr mit einem Kind gehabt zu haben. Dennoch forderte die Verteidigung des Mannes, von dem kein Wort der Reue oder gar eine Entschuldigung zu hören war, eine Bewährungsstrafe. Letztendlich wurde V. zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, von denen ein Monat wegen der langen Verfahrensdauer bereits als verbüßt gilt – er wird vermutlich erneut Revision einlegen, deren Chancen aber eher gering erscheinen. Ende des Jahres dürfte er dann einen Stellungsbefehl erhalten, vermutlich für den offenen Vollzug und mit Aussicht auf Halbstrafe. Das Opfer leidet dagegen bis heute an den Folgen der Tat und wünschte sich vor Gericht nur eines: Ihr Peiniger muss endlich ins Gefängnis.

Artikelbild: Archivfoto vom Berufungsprozess aus dem Jahr 2018


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2 Kommentare

  1. ProKernkraft on

    Bravo Rechtsstaat! Ihr (in Berlin) müsst euch nicht wundern wenn auch hier bald die Leute das recht in die Hand nehmen wie in Indien oder Teilen Afrikas und kurzen Prozess mit solchen Parasiten macht.

  2. Der Waldschrat on

    Das Urteil ist erschütterternd und ein Witz, meines Erachtens gibt es nur eine Strafe für Kinderschänder, leider gibt es in Deutschland (gilt die Ausnahme in Hessen noch?) die Todesstrafe nicht mehr! Milde ausgedrückt, sollte irgend jemand meine Kinder anfassen…

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