Landgericht: Milde Strafe für geständigen Kinderschänder – Wie reagiert sein Arbeitgeber DSW21?!

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Seit Mitte Mai 2020 musste sich der heute 44-jährige Carsten M. wegen Kindesmissbrauch in mehreren Fällen, sowie dem Besitz kinderpornographischer Schriften und weiteren Vergehen vor dem Dortmunder Landgericht verantworten (die „Ruhr Nachrichten“ berichteten über den Prozessauftakt). Vorgeworfen wurde M., der als Referent bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW 21) tätig ist, zu drei Jungen, die zu Beginn der sexuellen Übergriffe unter 14 Jahre alt gewesen sind, Kontakt hergestellt zu haben und sich mit ihnen überwiegend im öffentlichen Raum zum Sexualverkehr getroffen zu haben, in einem Fall wurde ein Junge in Abwesenheit seiner Eltern auch zuhause besucht. Bei diesen Taten wurden teilweise Videoaufnahmen angefertigt, außerdem wurden Skype-Videotelefonate ohne Wissen des jeweiligen Gegenübers aufgezeichnet. Der in Hörde wohnhafte Angeklagte räumte die Taten zu Prozessbeginn ein und entschuldige sich bei den Opfern, die zum Teil dem Verfahren fernblieben, in einem Fall hatte es im Vorfeld einen „Täter-Opfer-Ausgleich“ gegeben, bei dem 5000 Euro Schmerzensgeld gezahlt worden waren.

Mildes Urteil des Dortmunder Landgerichtes

Am Freitag (3. Juli 2020) fiel schließlich das Urteil: 2 Jahre und 6 Monate Haft, von denen jedoch wegen der langen Verfahrensdauer – die Taten geschahen teilweise im Jahr 2013, die Ermittlungen dauerten seit 2015 an – bereits 3 Monate als verbüßt abgezogen werden. Zu Beginn des Prozesses war eine Freiheitsstrafe zwischen 3 und 4 Jahren erwartet worden, die zwar angesichts der schwerwiegenden Vorwürfe bereits al deutlich zu gering anzusehen ist, das neuerliche Urteil zeigt aber deutliche Milde, im Urteilstenor wurde auch betont, dass der Angeklagte als Sexualstraftäter besonders haftempfindlich wäre. Darüber hätte er sich aber vor seinen Taten Gedanken machen sollen – die Reue vor Gericht hilft seinen Opfern nicht, die Taten zu verarbeiten und lässt auch, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über eine Verschärfung des Sexualstrafrechtes im Hinblick auf Kindesmissbrauch, eine präventive, abschreckende Wirkung gegenüber anderen Kinderschändern vermissen. Honoriert wurde dem Angeklagten einerseits sein Geständnis, andererseits aber auch der Umstand, dass die Opfer, mit denen über soziale Netzwerke Kontakt aufgenommen wurden, teilweise mit dem Wunsch an den Angeklagten herangetreten sein sollen, sexuelle Praktiken auszuprobieren. Selbst wenn dies so gewesen sein sollte, sind insbesondere unerfahrene Kinder unter 14 Jahren genau aus diesen Gründen besonders durch das Strafrecht geschützt, da ihnen Erfahrung und Einschätzungsvermögen fehlen. Genau das hat der Angeklagte schamlos ausgenutzt und da bleibt es ein schwacher Trost, dass er zumindest einige Zeit, vermutlich etwas mehr als ein Jahr, im Gefängnis verbringen wird – ob dies im offenen oder geschlossenen Vollzug geschehen wird, liegt zunächst in den Händen der Staatsanwaltschaft.

Stadttochter DSW21 wird sich mit der Personalie beschäftigen müssen

Wenn Beamte zu einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr verurteilt werden, verlieren sie automatisch ihren Beamtenstatus – durch den Tarifdschungel, den sich u.a. die Stadttochter DSW 21 zu eigen gemacht hat, ist jedoch heutzutage teilweise unklar, welche Anstellungsverhältnisse im öffentlichen Dienst jeweils herrschen. Es ist zwar schwer vorstellbar, dass ein verurteilter Kinderschänder etwa aus dem offenen Vollzug heraus weiter bei der Stadttochter arbeiten darf, angesichts sozialdemokratischer Seilschaften erscheint es aber auch nicht als unmöglich, wer weiß, ob M. vielleicht gegen den ein oder anderen Genossen „etwas in der Hinterhand hat“, der sich deshalb für Milde ausspricht.

Übrigens: Als der ehemalige Feuerwehrchef Klaus Schäfer im April 2010 an einer friedlichen und grundgesetzlich geschützten Demonstration in Dortmund teilnahm, die von einer nationalen Organisation durchgeführt wurde, folgte seine Suspendierung (die später von diversen Gerichten als rechtswidrig eingestuft wurde) noch am selben Abend. Wenn ein städtischer Mitarbeiter in einem Kinderschänder-Prozess seit Mitte Mai 2020 in öffentlicher Verhandlung angeklagt ist (und zumindest teilweise auch von der Presse berichtet wurde, wenngleich über das Urteil geschwiegen wird), sieht die Stadtverwaltung keine Notwendigkeit, zu reagieren. Das ist mehr als befremdlich.

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17 Kommentare

  1. ProKernkraft on

    Da ich (Strom)Kunde bei der Stadt bin, würde mich interessieren ob man ein Sonderkündigungsrecht hat, da ich kein Unternehmen unterstützen möchte das Pädophile beschäftigt und von meinem Geld solchen Leuten Gehalt bezahlt?

    • Sie dürften keine Bus und Bahn mehr fahren, da DSW21 für den Nahverkehr und nicht für die Strom Versorgung zuständig ist!
      Bitte erkundigen Sie sich das nächste mal wenn Sie so ein Satz loslassen.

      • “Energiedienstleistungen und -beteiligungen sind klassische Ertragssäulen und Aufgaben der langfristigen Daseinsvorsorge für ein Querverbundunternehmen wie die DSW21-Gruppe. Die Lebensadern einer Stadt sind unter der Erde. Strom, Gas, Wasser und Wärme versorgen Bewohner und Betriebe. In Dortmund ist die größte Tochtergesellschaft von DSW21 für die gesamte Palette der Energiedienstleistungen zuständig: DEW21. DEW21 wurde 1995 gegründet. Die Gas-, Wärme- und Wassernetze betreut die DONETZ GmbH, ein DEW21-Unternehmen. ”

        Quelle DSW21:
        https://www.einundzwanzig.de/3134.html

        @Kiter
        Bitte erkundigen Sie sich das nächste mal wenn Sie so ein Satz loslassen.

  2. achtcolaachtbier on

    Moin Moin,
    das ist mehr als befremdlich, daß ist eine extrem freundliche Umschreibung!
    Ich glaube das ist im roten Sumpf in dieser Republik was ganz normales, Sex mit Minderjährigen.
    Jürgen Trittin wollte sogar mal einen Antrag aufLlegalisierung im Bundestag stellen. Letztes Jahr
    die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Krimminalbeamten in Dortmund, wegen Vergewalltigung
    eines Kindes, wurden auch sehr schnell eingestellt.
    Seit Jahrzehnten zigtausendfachen Missbrauch von den Pfaffen in den Kirchen an Kindern, alle wissen
    Bescheid, unternommen wird so gut wie nichts. Da ist es doch nicht verwunderlich, daß immer mehr
    Menschen den Kirchen den Rücken zudrehen. Wie sagte Else Kling in der Schwindelstraße, Sodom und
    Gomerra. Wie es mit den beiden Städten geendet hat, ist bekannt. Ich hoffe sehr, daß pasiert hier auch bald.

    MfG

    • Ich denke wir leben in einem großen Sumpf der Kinderschänder. Wenn das mal alles raus kommt und allen Gewahr wird, was hier all die Jahrzehnte passiert ist, dann will keiner bei diesem System mitgemacht haben und keiner die entsprechenden Parteien gewählt haben.

  3. °°KlarText°° on

    Also entweder, die politischen und gesellschaftlichen Verhältniße in diesem Land wandeln sich eines Tages zum Besseren, oder alles endet im völlig unkontrollierren Chaos.

    In beiden Fällen, werden sich Menschen an solche Verbrechen erinnern und nochmal darüber nachdenken, ob das Strafmaß schuldangemessen war.

  4. Der Mann ist kein Mitarbeiter der Stadt Dortmund sondern der DSW21 AG. Warum sollte also die Stadt Dortmund reagieren, auf welcher rechtlichen Grundlage? Herr Diplomjurist Krilzig kann uns das sicher erklären

    • “Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) ist ein kommunales Unternehmen in Dortmund,
      das zu 100 % im Besitz der Stadt Dortmund ist.”

      Quelle:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Dortmunder_Stadtwerke

      Ullrich Sierau (SPD) ist Vorsitzender des Aufsichtsrates von DSW21.

      Quelle:
      https://www.einundzwanzig.de/3301.html

      Als ob den Demokraten rechtliche Grundlagen großartig interessieren würden. Aber wenn es um den Schutz von Kinderschändern geht, da soll plötzlich penibel auf die Rechtsordnung geachtet werden?
      Ich glaube ich bin im falschen Film. Ich denke immer es geht nicht mehr schlimmer. Aber Demokraten versinken täglich tiefer im Sumpf der Abartigkeit.

      @Siebert

      Nur weiter so mit den offenbarenden Kommentaren. Sie sind ein Garant für viele Wählerstimmen für “Die Rechte”.

      Jedoch ist Ihr Kommentar auch höchst bedenklich und befremdlich, wenn man daran denkt, daß es hier um einen geständigen Kinderschänder geht. “Der Mann” wie sie verschleiernd schreiben, ist ein verurteilter Kinderschänder. Das lässt Fragen aufkommen, dessen Teile der Antworten verunsichern könnten.

      Ich habe Sie fortan unter Beobachtung und werde Ihre Kommentare sichern.

      =================================
      @Alle

      “Dazu gehört auch ein Hinweisgebersystem, das nicht nur Mitarbeiter*innen, sondern auch externen Partnern – wie Kunden, Dienstleistern und Kooperationspartnern – zur Verfügung steht.”

      Verdachtsfall melden
      Bei Verdacht auf unzulässige Geschäftspraktiken oder sonstiges Fehlverhalten können Sie sich telefonisch, per E-Mail oder persönlich – auch anonym – an unsere Antikorruptionsbeauf-tragte oder an unseren externen Ombudsmann wenden (s. Ansprechpartner). Wir nehmen alle eingehenden Hinweise ernst und werden diese selbstverständlich höchst vertraulich behandeln. Wir stellen sicher, dass Mitarbeiter*innen, die auf Verstöße gegen geltendes Recht hinweisen, dadurch keinerlei Nachteile erfahren werden.”

      Quelle:
      https://www.einundzwanzig.de/3374.html

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